Entdecken von anderen Kulturen und Ländern....

FASZINATION MADAGASKAR

Madagaskar ist ein Inselstaat im Westen des Indischen Ozeans und ist die viertgrösste Insel der Welt. Mit den Nebeninseln Nosy Be und Sainte Marie hat sie eine Fläche von 590'000 km2, ist somit so gross wie Frankreich und die Schweiz zusammen.

Ich bin Reiseleiterin, freelance und organisiere eigene Madagaskarreisen. Auf den unzähligen verschiedenen Reisen durch die ganze Insel habe ich Land und Leute kennen und lieben gelernt und meine Eindrücke von diesem faszinierenden und immer noch sehr urtümlichen Naturparadies in Wort und Bild festgehalten.

Was macht für mich, die schon alle Konntinente bereist hat, diese Faszination aus? Ist es die enorme Vielfalt dieser "Grossen Insel", oder wie die Einheimischen sie so ehrwürdig "das Land von Vorfahren" nennnen? Ist es das Gefühl, jedes Mal wie eine kleine Entdeckerin in diesem Land zu reisen, obwohl ich mehr oder weniger immer ähnliche Reisen, wenigstens als Reiseleiterin, mache? Plötzlich erscheinen mir die Menschen nicht mehr so ärmlich angezogen, obschon sie sicher immer noch arm sind, oder ich stelle fest, dass die Erosion wieder einen tieferen, roten Graben an einem noch grünen Hang hinterlassen hat und dass die Märkte überall noch farbenfroher geworden sind und sich die Zebuherden sichtlich vergrössert haben.

Diese Insel ist das Überbleibsel des "Versunkenen Kontinnents" Gondwana, der Südamerika, Afrika, Indien, Arabien, Australien und die Antarktis zusammenhielt. Vor etwa 250 Millionen Jahren begann dieser Urkontinent abzuspalten. So schwamm Südamerika nach Westen, Australien nach Osten, die Antarktis nach Süden und Indien, Arrabien und Afrika nach Norden. Madagaskar blieb noch an Afrika hängen und etwa vor 160 Millionen Jahren löste sie sich auch ab und blieb östlich vom Festland stehen.

Am Anfang war sie menschenleer und aufgrund dieser Frühabspaltung ohne äussere Einflüsse und ohne "Räuber" - es gab ja keine Menschen und auch keine Raubtiere - entwickelte sich die Tier- und Pflanzenwelt in ihrem einzigartigen Wesen. 90 % der Pflanzenwelt, 40 % der Vogelwelt, 91 % ihrer Reptilien, 99 % der Amphibien und 100 % der Lemuren sind endemisch. Es gibt keine Giftschlanngen und auch kein grosses Wild in Madagaskar. Hier findet man keine Leoparden, dafür viele Lemuren, keine Kamele aber viele Chamäleons, keine Tiger aber viele Tenrekarten und keine Zebras, dafür aber Zikaden die in der Regenzeit tönenn wie Sägewersmotoren.

Man muss wissen, dass die Vorfahren der Madagassen Austronesier waren. Um 3'000 - 1'000 vor Christus erreichten sie von Südchina aus mit ihren Auslegerbooten über Indochina, Indonesien, Mikronesien und Polynesien die afrikanische Ostküste und die Insel Madagaskar. Seit dem 9. Jahrhundert errichteten Araber Handesstützpunkte an den Küsten. Anno 1500 entdeckten die Portugiesen die Insel.

Die Faszination beginnt bereits mit der Mischung afrikanischer und südostasiatischer Kulturen, wovon die wirklich sehr fremdartige Sprache Zeugnis davon ist. Als Reiseleiterin möchte ich natürlich immer ein wenig verstehen oder sprechen können, aber die meisten Wörter sind ellenlang und entsprechend schwer zu behalten. Also begnüge ich mich mit den Elementarsten im Tagesablauf.

Die wunderschöne, vielfältige Natur in Madagaskar lässt jedes Herz von Naturliebhabern höher schlagen. Neben normalen Touristen besuchen viele Biologen, Ornithologen und andere Wissenschaftler diese Insel. Vom Regen- oder Nebelwald mit wilden Orchideen über das saftiggrüne Hochland mit seinen Reisterrrassen und den ab und zu sehr schroffen Felsformationen, den wunderschönen weissen Sandstränden entlang der Küsten bis zum Dornenland, welches vorwiegend aus Kakteen, Euphorbien und viel Dornengebüsch besteht, überall klettern oder turnen Lemuren verschiedenster Arten in den Bäumen, selbst auf Ästen mit langen und spitzigen Dornen. Wenn sie in der Nähe unserer Bungalos schlafen, brauchen wir keinen Wecker. Sie hüpfen von ihren Schlafplätzen durch die Bäume und um den Boden zu erreichen, springen sie auf die Bungalodächer hinunter, was in der Stille des Morgens ziemlichen Lärm erzeugt. Die Chamäleons, in verschiedensten Farben und Grössen anzutreffen, kreuzen oft im Schneckentempo unsere Wege, Strassen oder Pisten (Autos oder Busse fahren um sie herum oder halten an, um sie an den Strassenrand in Sicherheit zu bringen). Es ist fady, ein traditionelles Gebot oder Verbot, das über viele Generationen überliefert wurde, ein Chamäleon zu töten. Bei unseren Nachtexkursionen können wir verschiedene nachtaktive Tiere wie Makis (kleine Lemuren), Frösche oder Tenreks beobachten.

 

 

 

Als ich vor zwölf Jahren das erste Mal meinen Fuss auf die Grosse Insel setzte, erschrak ich ob der grossen Armut der vielen Menschen. In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass es wirklich noch viele armen Menschen gibt, vorallem in den grösseren Städten. Die Landbevölkerung lebt zwar auch armselig und sehr bescheiden, aber wenigstens können sie ihre Nahrung selber pflanzen und ernten. Uns Touristen scheint es ab und zu unglaublich, dass diese Menschen trotz allem immer sehr fröhlich und gastfreundlich sind. Sie winken uns von den Reisfeldern, von den Flüsschen oder kleinen Seen in welchen sie gerade ein gemeinschaftliches Bad nehmen und sie stören sich auch nicht daran, wenn wir ihnen beim Waschen der Wäsche im Fluss, beim Herstellen von Kunsthandwer oder beim Arbeiten auf den Feldern zusehen. Sicher, sie sind immer hocherfreut und strahlen, wenn die Touristen ihnen eine Seife, ein T-Shirt, Zahnpasta oder sonstige Gebrauchsgegenstände schenken. Ich finde es deshalb toll, dass Air France seinen Passagieren nach Madagaskar erlaubt, zwei Gepäckstücke zu 23 Kg mitzunehmen. So habe ich immer einen Koffer "Hilfsgüter" dabei und weiss dann auch, dass meine Hilfe wirklich auch die Hilfsbedürftigen erreicht. Für mich persönlich ist Madagaskar auch heute noch ein Land im urtümlichen Zustand. Es herrscht noch kein Massentourismus, da es noch zu wenig asphaltierte Strassen gibt und man nur mit kleineren strapazierfähigen Bussenn über die auch zum Teil noch ungeteerten Strassen (Pisten) fährt. Dafür hat man nie Langeweile. Neben der farbenfrohen Natur mit viel roter Erde, den in allen Grüntönen verschieden angebauten Feldern und unterschiedlichen Bäumen und Palmen, den kleinen lebhaften Dörfern, Mörkten am Strassenrand, den Weiden mmit Zebuherden und Zebugespanne mit Transporten aller Art, immer gibt es etwas Interessantes zu entdecken.

 

Auf einem Bauernmarkt
Chamäleon vom Überfahren gerettet.....
Frauen müssen Wasser holen. Hier durch die Baobaballee

Leben und Treiben sowie Sitten und Gebräuche der Madagassen

21 Millionen Menschen leben in Madagadkar. Basierend auf unterschiedlichen naturräumlichen Grundlagen sowie den historischen Entwicklungen, haben sich seit dem 15. Jhdt. die heute bestehenden 18 Völkergruppen herausgebildet. Sie unterscheiden sich dabei vornehmlich durch ihre politische Entwicklung, ihre Wirtschaftsreform und ihre Bräuche innerhalb eines bestimmten Territoriums. Man kann sagen, dass sich eine grobe Einteilung in drei Grosszonen gebildet hat: In der Küstenregion und im Regenwaldgebiet des Ostabhangs leben die Waldbauern-Gruppen wie die Bettsimaraka "die vielen Unzertrennlichen". Die Hochhländer sind die Reisbauern-Ethnien, z.B. die Betsileo "die vielen Unbesiegten", die Merina "Leute der schattenlosen Hügel". Im Westen und Süden hinngegen dominieren die Viehbauern, in deren Kulturen das Zeburind eine entscheidende Rolle spielt. Die Sakalava "Leute der langen Täler", Mahafaly "die auf Tabus achten". Die Baras, die von den Savannen am südlichen Abfall des Hochlands, glauben daran, dass alle Zebus Madagaskars ihnen gehören, praktizieren wie ein Volkssport den Viehdiebstahl. Ausserdem leben auch viele Fischer, andere kleinen Gruppen und Touristenbauern (Reiseleiter) in diesem Land.

Ausschnitte aus meinem Tagebuch von einer meiner Reisen

Gemeinsam, immer elf Touristen im Schlepptau, durchquerten wir in diesen vierzehn Tagen die Insel vom Südosten an den Indischen Ozean, in das Gebiet der Antanosy, den Fischern. Der Besuch des Berenty Parks, wieder etwas östlicher, führte uns durch drei unterschiedliche Vegetationsgebiete, die Üppige der Ostküste, die Laub abwerfenden Wälder mit der endemischen Wetterscheidenpflanze, den Dreieckspalmen und durch die bizarren Dornenwälder, das Reich der Didieraceen, den Euphorbien, den Pachypodien und den Baobabs (Affenbrotbäume), ein Tag voller landschaftlicher Reize. Angekommen im Park machten wir Bekanntschaft mit freilebenden Kattas, Lemuren mit einem schwarzweiss geringelten langen Schwanz. Oh, ah, schau, so tönte es von allen Seiten. Es war für alle ein herrliches Schauspiel, diesen endemischen Halbaffen bei ihrem Treiben auf dem Boden und in den Baumästen zuzusehen. Sie wurden hundertfach abgelichtet. Eine Nachtwanderung zum Aufspüren der nachtaktiven Mausmakis und anderen Tierchen liess sogar Jagdfieber aufkommen - natürlich nur mit Taschenlampe und Kameras ausgerüstet. Geschlafen wurde in Bungalos. Ein Ventilator brachte etwas Kühlung bis der Strom abgeschaltet wurde. Natur pur, ein herrliches Gefühl!

 

 

neugieriger Goldsifaka
Kattas bei unseren Bungalos

Die Strassen in diesem Land kann man ausser den zwei Nationalstrassen, welche vom Norden in den Süden und vom Westen in den Osten führen, kaum mehr als Landstrassen bezeichnen. Der Asphalt ist nur noch sehr spärlich erhalten, dafür hat es umsomehr Löcher in jeder Grösse und Tiefe, welche von unserem Busfahrer immer elegant umfahren wurden (heutzutage schon etwas verbessert). Einige Abschnitte der Reise wurden mit 4 X 4-Wagen und eine einstündige Zufahrt zum Camp Catta sogar mit einem ehemaligen französischen Militärlastwagen absolviert. Diese "Bachbetten" wären anders gar nicht zu bewältigen. Aber immer hat es sich gelohnt, etwas unbequemer, jedoch immer wohlbehalten ans Tagesziel zu gelangen.

 

ehemaliger franz. Militärlastwagen
Herrliche Wolkenbilder

Nach der Überquerung des Hochplateaus von Horombe, mit einer Landschaft die sehr karg ist und fast nur aus Grassteppe besteht, jedoch als Viehzuchtgebiet geeignet ist, begegneten uns unzählige Zebuherden, welche von Zebu-Boys gehütet oder zum nächsten Markt getrieben werden. Wilder Westen auf madagassisch! Am früheren Nachmittag erreichten wir durchgeschüttelt von der Fahrt mit dem Lastwagen das Camp Catta, welches eingebettet in einer beeindruckenden Granitbergkulisse liegt. Jeder bekam sein Bungalo zugeteilt und man konnte auch hier, wie überall in den Lodges oder Relais draussen auf dem Lande, bei offenem Fenster oder auch Türe schlafen, ohne sich ängstigen zu müssen. Abends schlüpfte man einfach unters Mückennetz und konnte den Geräuschen der Nacht lauschen und träumen bevor man in einen gesunden Schlaf verfiel. Unser Local Guide hat nach dem Nachtessen im offenen Restaurant wieder sein Talent als Allround-Musiker und Sänger zum Besten gegeben, wovon alle bereits eine erste Kostprobe im La Croix du Sud geniessen durften. Die Gitarre und das Tschembe beherrscht er wie ein Profi und seine Stimme ist unglaublich gut. Die nächsten Tage waren weiter voller landschaftlicher Augenweiden. Reisterrassen wie man sie sonst nur in Asien findet, kuunstvoll an den Hügeln angelegt von den Betsileo-Bauern. Die Farbskala reichte vom Gelb des reifen Reises über hellgrün der Setzlingsbeete nd dann das dnkle, satte Grün der Felder mit ausgewachsenen Reispflanzen, welche in wenigen Wochen auch gelb werden. Der tief blaue Himmel und die sich rasch wechselnden Wolkenbilder - ich konnte mich daran kaum satt sehen.

 

Granitfels hinter Camp Catta

Ausser Landschaft gab es natürlich auch immer wieder regionale Besichtigungen von interessanten Handwerksbetrieben wie zum Beispiel einer Papierschöpferei, einer Werkstatt in welcher aus alten Metallteilen sehr schöne Dekorationsstücke hergestellt werden, einer Schmiede in welcher Macheten und andere Werkzeuge geschmiedet werden. Ein Schweizerprojekt (ADES), welches gegen die Abholzung ankämpft, erstellt ganz einfache Spar-Kocher mit einer Keramikisolation und einer "Kochkiste", welche mit Sonnenenergie geheizt wird. Eine Superidee in diesem armen Land - nur müssen die Menschen informiert und diese Modelle überall vorgeführt werden. So lange dieses Projekt in der Schweiz Sponsoren findet, können sie einen solchen Keramikkocher für fünf Franken abgeben, was in Madagaskar, besonders in den ländlichen Gegenden, immer noch viel Geld ist. Wenn sie den Kocher und die Kochkiste nehmen, was sinnvoll wäre, dürfen sie sogar in Raten bezahlen.

 

Werkzeugschmiede
Kunsthandwerk aus altem Metall

Habe ich Sie "gluschtig" gemacht? Ich würde Ihnen gerne all die Naturschönheiten zeigen. Melden Sie sich doch bei mir per Mail und ich werde mich gerne bei Ihnen melden.

Meine nächste Spezial-Reise mit vielen Höhepunkten und höchstens 8 Personen, unterwegs mit 4 X 4 Landrovern, findet statt vom 23.4. - 10.5.2019.

Ich freue mich auf Ihre Mails. Franziska

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Neueste Kommentare

07.06 | 14:09

nochmals liebe Franziska, habe soeben festgestellt, dass die Reise so nicht mehr durchgeführt wird!! schaaade. Bietest Du die Reise auch privat an??
bye Ingrid

...
07.06 | 13:31

Liebe Franziska,
Madagaskar ist mein "Traumland", und diesen Traum möchte ich mir (hoffentlich mit Deiner Begleitung) erfüllen! Herzliche Grüße Ingrid

...
16.01 | 14:38

Wir freuen uns darauf, mit Dir eines Tages dieses Naturpapradies erkunden zu dürfen.

...
20.11 | 23:42

liebe franziska, die liebe die du für dieses land hast spürt man in jedem satz. ich wünsche dir weiterhin wunderbare und unvergessliche reisen!
irene

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